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Interview

Ein weiteres Resultat der Renaturierung ist diese schöne Insel, wie uns Herr Thuner mitteilte
 

 

 

Wie und Wann erfuhren Sie vom Projekt?

2004 initiierten die Gemeinden Wichtrach, Münsingen und Rubigen Teilprojekte gegen die Sohlenerosion in der Aare. Ich engagierte mich von Beginn an dafür.

 

Wie waren die Reaktionen der Einwohner und der Grundeigentümer der betroffenen Gebiete?

Die Einwohner von Rubigen standen eigentlich grossmehrheitlich hinter dem Projekt und auch mit den Grundeigentümern fand man gute Lösungen. Meistens bot man ihnen Realersatz an oder kaufte das betroffene Land ab. In der Hunzigenau war es ein grosser Glücksfall, dass ein privater Grundeigentümer 60'000 m2 Auenwald zur Verfügung stellte.

 

Wie wurde das Projekt finanziert?

Das Projekt kostet total 2,9 Mio. Franken. Davon zahlte die Gemeinde Rubigen 148'000 Fr. Den Rest teilen sich Bund und Kanton. Die Gemeinde musste also sehr wenig bezahlen, daher lohnte es sich umso mehr beim Projekt mit zu machen.

 

 
Herr Thuner ist zufrieden mit dem Resultat, wie auch wohl die vielen Freizeitgeniesser der Aare
 

 

 

Wann begann man mit den Bauarbeiten?

Im Februar 2006 rückten die ersten Baumaschinen ein und im Februar 2007 wird das Projekt voraussichtlich abgeschlossen sein.

 

Was für Schwierigkeiten traten auf?

- Zum einen gab es ein paar Einsprachen, welche das Ganze verzögerten. Diese kamen aber meistens nicht aus Rubigen und waren daher nicht gültig. (Bsp. Herr Wasserfallen)

- In der Kleinhöchstettenau hat es der Aare entlang viel Streuland, das für die Landwirte sehr wertvoll ist. Dort waren mit den Grundeigentümern spezielle Verhandlungen nötig. Dies war nicht immer einfach, doch zeigten sich die Bewirtschafter kooperativ.

- An einigen Orten wo die Aare neu durchfliessen sollte, wachsen geschützte Pflanzen, deren Lebensraum nicht zerstört werden darf. Dort wird die Aare nun auch nicht durchfliessen, sondern diese sogenannten Hotspots umfliessen.

 

Was erhofft sich die Gemeinde von diesem Projekt? Was sind die Ziele?

Aufhalten der Sohlenerosion (1-2 cm pro Jahr) und damit das weitere Sinken des Grundwasserspiegels durch die Aare verhindern, sowie die Autobahn vor einem Hochwasser zu schützen. Durch diese Renaturierung vermindert man auch Unterhaltskosten an den Buhnen (Sporen), die ohne das Projekt vermehrt aufgetreten wären. Auch wurde das Gebiet entlang der Aare aufgewertet und ist nun noch ein attraktiveres Naherholungsgebiet.

 

 
Natur und Naherholung gehen gut aneinander vorbei
 

 

 

Sind Sie zufrieden mit dem Projekt/Resultat?

Ich bin 100% zufrieden mit dem Projekt, da wir auf keine grösseren Schwierigkeiten trafen und alles recht „gäbig“ ging. So kam es  zu keinen Streitereien mit den Grundbesitzern  und auch die Aarelandschaft sieht nun wirklich wunderschön aus.

 

Brauchten Sie viel Zeit für dieses Projekt?

Nein, alle 14 Tage gab es eine Bausitzung mit Vertretern aller Interessengemeinschaften.

 

Was raten Sie anderen Gemeinden, die ein solches Projekt noch vor sich haben?

Es ist wichtig, dass alle gut informiert und orientiert sind.

 

Gibt es andere ähnliche Projekte in der Schweiz?

In dieser Grösse gibt es kein anderes Projekt. Dies ist ein Vorzeigeprojekt.

 

Wie geht ihr mit der wachsenden Besucheranzahl um? Was könnten da noch für Probleme auftreten?

Noch ist das Abfallproblem nicht gelöst. Gegenwärtig sucht eine Arbeitsgruppe nach Lösungen. Möglich wäre z.B. das Anbringen von Schildern mit einem Appell zur Sauberhaltung der Landschaft. Mit Ausnahme von schönen Sommertagen genügen die Parkplätze noch, aber wir werden den Besuchern bei der Mühle Hunziken noch weitere 180 zur Verfügung stellen.

Ein Problem stellt allerdings noch das Verhältnis  Fussgänger-Velofahrer dar. Eigentlich wäre ja auf dem Uferweg ein Fahrverbot… Wir suchen noch nach einer Lösung dafür, dass auch die Fussgänger und Velofahrer ungefährlich nebeneinander gehen resp. fahren können.

 

Was für ein Verhältnis haben Sie zur Aare; schwimmen, bötlen?

Ich schwimme ab und zu in der Aare. Allgemein verbringe ich sehr viel Zeit an der Aare; vor allem in meinem Wald, da ich noch ein Stück Land an der Aare besitze.