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Konzerte vom 22./23. März 2016 in der Halle des Gymnasiums Neufeld

 

Die Konzerte haben am 22./23. März 2016 mit grossem Erfolg stattgefunden.

Hier geht es zu den fotografischen Eindrücken

 
 

 

 

Zum Konzert

 

als wäre es durchaus normal und ganz selbstverständlich, kommt uns, kommt Ihnen der junge Mozart in der stupenden Architektur der grossen Eingangshalle des Gymnasiums Neufeld entgegen. Das eigentlich Verblüffende und für manche Überraschende daran ist vielleicht weniger die surreale Begegnung an sich als eben gerade ihre Selbstverständlichkeit. Das Jahrtausendgenie erscheint zwar auch in seinem kindlichen Alter etwas (oder auch bedeutend) grösser als unsere durchschnittlichen Schülerinnen und Schüler (oder auch die Lehrerinnen und Lehrer), dennoch aber können wir uns ohne weiteres vorstellen, zu verweilen und mit Wolfgang Amadé ungeniert zum alltäglich-lockeren Pausenschwatz anzusetzen. In der ganz und gar nicht zufälligen Szenerie liegt nicht wenig musikpädagogisches Potenzial, auch einiges an Brisanz und Diskussionsbedarf. Wir haben den Meetingpoint, das Zusammentreffen in Plakatgestaltung und Konzertprogramm, zwar nicht deswegen, doch deswegen auch nicht weniger gerne, arrangiert, denn «man soll die Feste feiern, wie sie fallen», heisst es doch – und da zur Zeit für uns gleich zwei Jubiläen anstehen, haben wir sie nur einfach zusammengelegt...

 

50 Jahre Gymnasium Neufeld und 250 Jahre seit der Reise der Familie Mozart durch die Schweiz

 

...und Mozart kurzerhand als Neufeld-Gymeler inszeniert, als wäre es durchaus normal und ganz selbstverständlich eben.

 

Quasi als Programmkern und eigentliche Verknüpfung der beiden Feste – und in der Konzertmitte deshalb «am rechten Platz» – erklingt erstmals Nöifäud, aus «hingeworfenem», skizzenhaftem und teilweise vielleicht unausgereiftem Material arrangiert, dabei «Kindliches» mit «Jugendlichem» und «Erwachsenem» verbindend, com-ponierend also, auch potentiell Geniales mit «Normalem», «Klassisches» mit «Aktuellem». Aus den einzigen erhaltenen Noten, die der 10jährige Mozart 1766 auf Schweizerboden (und auf der Rückseite eines Protokollblatts, wohl als Talentprobe in Zürich) niedergeschrieben hat, und aus Texten eines Schülers und einer Schülerin unserer Schule sowie eines – prominenten – ehemaligen Schülers zum Nöifäud hat Simon La Bey, auch er ein «Ehemaliger», eine Musik geschrieben, die irgendwo zwischen Slam poetry, Rap und Song angesiedelt ist und Befindlichkeiten aus heutigem und erinnertem Schulalltag zum Ausdruck bringt.

 

Die erste Konzerthälfte indessen gehört ganz dem Fest der Schule: Am 17. Juni 1966 fand anlässlich der Eröffnungsfeier des Gymnasiums Neufeld in der Aula des Hauses die Uraufführung von Sutil und Laar statt, einer Auftragskomposition der Stadt Bern an das Freundespaar Jürg Wyttenbach und Mani Matter. Wir eröffnen unser erstes Jubiläumsprogramm mit der Wiederaufnahme der hinreissenden, in all den Jahren seither äusserst erfolgreichen und musikalisch mehrmals sanft umgearbeiteten 10 Scherzlieder über ein seltsames Freundespaar, über dessen konträre Charaktere, (Miss-)Geschicke, skurrilen Ideen und Einsichten, dargestellt in einer kongenialen textlich-musikalischen Sprache von geistreichem Witz, allerlei launischen Anspielungen und hintergründigem Nonsense.

 

Yesterday – vielsagender Titel im Kontext von Erinnerungen und (Schul-)Geschichte, der uns zur Zeit umtreibt, und eine Musik, die Sie alle kennen. Der Hit entstand gleichzeitig mit Sutil und Laar, 1965, auf dem Höhepunkt der weltweiten Karriere der Beatles, wurde seitdem laut wikipedia zum meistgecoverten Popsong aller Zeiten und ist auch heute noch das von den Radiosendern in aller Welt meistgespielte Musikstück – dies trotz (oder vielleicht auch gerade wegen?) seiner musikalisch eigentlich «unmöglichen» 7-Takt-Periodik in den Strophen. Mit der Uraufführung eines Arrangements von Jiri Ruzicka, dem ehemaligen Leiter der Theatergruppe unseres Hauses und in den Programmen der Neufeld-Konzerte mehrfach aufgeführten Komponisten, bedanken wir uns für eine lange währende musikalische und persönliche Freundschaft.

 

Nach der Uraufführung von Nöifäud sind wir dann ganz bei Mozart – zunächst nochmals mit Jürg Wyttenbach: dass der Komponist von Sutil und Laar 50 Jahre danach wieder für den Chor des Gymnasiums Neufeld schrieb – eine mindestens ebenso witzige «Nummer» übrigens wie damals, noch dazu zum gegebenen Thema Mozart – ist für uns ein ganz unerhörtes Geschenk! Die in Briefen Mozarts überlieferten Namenserfindungen und -verdrehungen, Wortspielereien, Verballhornungen und...Unflätigkeiten dienten dem Komponisten als Fundus für eine imaginäre, sinngemäss aber der tatsächlichen Reise der Mozarts von Lausanne nach Bern nachgestellten Kutschenfahrt, bei der es ziemlich hoch hergeht. 

Übrigens: sowohl Punkitititi wie auch Edler von Sauschwanz sind Namen, die Mozart für sich selbst ausgedacht hat – den letzteren noch dazu in überaus zärtlichem Zusammenhang in den berühmten Briefen an sein Bäsle.

Und bei dieser Gelegenheit, denn der von Wyttenbach musikalisch dargestellte Reiseabschnitt endet ja mit der Ankunft in Bern: was die Familie Mozart in den immerhin sechs Tagen ihres Aufenthalts in Bern vom 20.-26. September 1766 erlebt hat oder unternahm, bleibt nach wie vor im Dunkeln; keinerlei Aufzeichnungen geben darüber Auskunft – wenigstens wissen wir, dass in den fraglichen Tagen hier ungetrübt schönes Wetter herrschte...

 

Und zum Ausklang schliesslich wunderschöne Musik aus England, aus der Feder eines gänzlich unbekannten Jahrgangsgenossen und Jugendfreundes von Mozart: Thomas Linley war von vielleicht vergleichbarer Begabung wie Mozart, als Wunderkind fast ebenso bestaunt wie er und im Alter von bloss 22 Jahren ebenfalls viel zu früh verstorben. Im Jahr 1770 trafen sich die beiden damals 14jährigen Buben in Florenz, als musikalische Sensationen auf dem internationalen Parkett des kulturellen Establishments von ihren eifrigen Vätern buchstäblich «zu Markte» getragen. Ihre kurze, doch innige Freundschaft bezeugen einige erhaltene Briefe sowie überlieferte Zeugnisse Mozarts aus wesentlich späterer Zeit. Wir präsentieren Ihnen einige Ausschnitte aus Linleys Shakespeare Ode, wahrhaft festliche Musik – und bestens geeignet zur Feier auch des dritten Jubiläums in diesem Jahr, des Gedenkens an den 400. Todestag von William Shakespeare.

Sollten Ihnen, woran wir nicht im geringsten zweifeln, diese prachtvollen Chornummern gefallen, sollten Sie gar nach dem

«amuse-bouche» Appetit auf das ganze «Menu» verspüren – wir können es Ihnen wenigstens in Aussicht stellen: am 12. Mai wird die Shakespeare Ode im Kultur Casino Bern ungekürzt und in historischer Aufführungspraxis als Schweizer Erstaufführung erklingen – und als das Projekt einer ehemaligen Neufeld-Schülerin noch dazu (www.lespassions.ch).

 

Wir bedanken uns sehr herzlich

- Beim Gymnasium Neufeld Bern, den Schulleitungen, Kollegien und Hausdiensten der vergangenen 50 Jahre für eine jahrzehntelange Unterstützung der musischen Projekte ihrer Schule, für ein stets wohlwollendes Interesse daran und eine beispiellose Zusammenarbeit.

- Bei der Fachschaft Bildnerisches Gestalten für ein weiteres gelungenes Plakat.

- Ganz besonders bei Meetingpoint Mozart, dem schweizerischen Projekt mit dem Ziel, im Mozartjahr 2016 die Gymnasien entlang des Mozartwegs mit dem «Virus» Mozart zu «infizieren», für die sehr grosszügige finanzielle und ideelle Unterstützung dieses und auch des nächsten Konzertprojekts (www.meetingpoint-mozart.ch).