Naturschutzeinsatz einer Quartaklasse


Die Klasse 4GHb des Gymnasiums Neufeld verbrachte ihre Studienwoche im Hochmoor „Tourbière de la Chaux“ bei Tramelan und unterstützte das Naturschutzinspektorat bei ihrer Arbeit. Da die Wasserzufuhr eingeschränkt wurde, mussten Wasserverbraucher wie Bäume und Büsche beseitigt werden.

 

von Zaree Sytsma & Lisa Leontyeva

 

Hochmoor La Tourbière

Die meisten Leute verstehen unter dem Begriff "Hochmoor" ein Moor, welches sich auf einer Erhöhung, wie zum Beispiel einem Berg befindet. Jedoch gibt das Torfmoos, welches immer in die Höhe wächst, dem Hochmoor seinen Namen.

 

Im Gebiet des Hochmoors "La Tourbière" gibt es viele Bäume, die mit ihren Wurzeln dem Moor das Wasser entziehen. Da das Moor die Wasserzufur als Ernährungsquelle benötigt, müssen die Bäume gefällt werden, um das Austrocknen zu vermeiden.

 

Für diese anstrengende und anspruchsvolle Arbeit braucht das Naturschutzinspektorat freiwillige Hilfe. Zu Gunsten der Natur hat sich die Klasse 4GHb des Gymnasiums Neufeld für dieses Projekt zur Verfügung gestellt und so eine Woche Schulzeit "geopfert".

 

Mädchengruppe bei der Arbeit

Zum Zeitpunkt, als die Helfer das Hochmoor erreichten, war die grösste Arbeit schon erledigt. Die Klasse war beauftragt, die Äste und Baumstämme in die Gräben zu tragen, um sie dort von den Arbeitern mit Motorsägen zerkleinern zu lassen. Die meisten Bäume waren Birken und Tannen. Die Arbeit wurde durch den unebenen und zum Teil weichen Boden zusätzlich erschwert. Man musste sehr vorsichtig sein, um nicht in die teilweise mit Grünzeug verdeckten Tümpel zu fallen. Auch das hauptsächlich regnerische Wetter machte uns einen Strich durch die Rechnung, wobei die Arbeit zu einer Mischung zwischen heiss und kalt wurde, da man einerseits schwitzte, aber auch fror.

 

In dieser Woche hatte man die Möglichkeit, einander besser kennenzulernen, da man viel im Team arbeitete. Obwohl die Arbeit sehr schwer war, hatten die GymnasiastInnen ihren Spass.

 

Die Unterkunft der Klasse hiess Centre de Loisirs und befand sich in Saignelégier. Abgesehen von den Schlafräumen standen den SchülerInnen eine Turnhalle, ein Schwimmbad und einen Aufenthaltsraum zur Verfügung. Alle fanden Gefallen an den Angeboten der Unterkunft und konnten sich nach dem harten Arbeitstag erholen.

 

mit vollem Einsatz dabei

Das Ziel der Schülerinnen und Schüler war es, die natürliche Struktur des Hochmoors wieder herzustellen. Herr Keller, Moorschutzbeauftragter des Kantons Bern, besuchte sie, um ihnen den Aufbau der Torfschichten zu erklären. Die Jugendlichen wurden von der Tierwelt des Hochmoors und der fleischfressenden Pflanze beeindruckt. Unter anderem wurde den Gymnasiasten die Entstehung der Dolinen erläutert. Der Untergrund der Dolinen besteht aus Kalkstein und einer wasserundurchlässigen Tonschicht. Das Regenwasser versickert durch den Kalkstein und sammelt sich oberhalb der Tonschicht. Schliesslich stürzt die aufgeweichte Kalkschicht ein und bildet somit die kraterförmigen Löcher.

 

Sogar die Wildhüter stellten ihren Beruf vor und beantworteten sämtliche Fragen. Dabei konnten die Gymnasiasten ihre Französischkenntnisse verbessern.

 

Mit dem Ende der Woche kam der Abschluss des Naturschutzeinsatzes, bei dem die Klasse 4GHb viel gelernt hat und mit dem Ergebnis ihrer Arbeit zufrieden war.